Zwei Arten von Eisen, zwei Aufnahmeraten
Tierische Lebensmittel liefern vor allem Hämeisen. Pflanzen enthalten Nicht-Hämeisen, das der Körper schlechter verwertet.1 Die Referenzwerte gehen davon aus, dass aus einer Mischkost etwa 14–18 % des Eisens aufgenommen werden, bei vegetarischer Kost 5–12 % – bei Menschen ohne Eisenspeicher.2 Wie viel du aufnimmst, hängt stärker von deinem eigenen Eisenstatus ab als von der Zusammensetzung der Mahlzeit.2
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt für Erwachsene 11 mg Eisen am Tag als Referenzwert, für Männer ebenso wie für Frauen nach den Wechseljahren; für Frauen vor den Wechseljahren sind es 16 mg.3
Was hilft: eine Vitamin-C-Quelle in derselben Mahlzeit
Paprika, Zitrusfrüchte, Brokkoli und Erdbeeren sind gute Vitamin-C-Quellen. Vitamin C unterstützt die Aufnahme von Nicht-Hämeisen; die EFSA hat das geprüft und einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang bestätigt.4
Wie viel bringt das? In Kurzzeitstudien erhöhte Vitamin C in einer Testmahlzeit die Eisenaufnahme im Schnitt um etwa sechs Prozentpunkte.5 Über die ganze Ernährung hinweg fällt der Effekt deutlich kleiner aus als bei einzelnen Mahlzeiten.6 Es ist also eine nützliche Gewohnheit, kein Trick.
Auch Beta-Carotin, das Karotten, Kürbis und Süßkartoffeln ihre Farbe gibt, wurde untersucht. In einer Studie mit 100 Erwachsenen stieg die Eisenaufnahme aus Getreidemahlzeiten mit Beta-Carotin,7 eine spätere Übersichtsarbeit hält die Rolle der Carotinoide für ungeklärt.2
Oft heißt es außerdem, Knoblauch und Zwiebeln helfen. In einem Laborversuch zur Verdauung löste sich aus Getreide und Hülsenfrüchten mit Knoblauch oder Zwiebel etwa 9–73 % mehr Eisen heraus.13 Das ist ein Ergebnis aus dem Labor, keine Studie mit Menschen.
Für die Küche heißt das: Zitrone über das fertige Gericht, dazu ein Salat aus rohem Paprika, Petersilie zum Schluss.
Was bremst
Diese Stoffe mindern die Aufnahme von Nicht-Hämeisen, wenn sie in derselben Mahlzeit stecken:
Der Polyphenol-Effekt ist groß. In einer Studie mit einer Brotmahlzeit senkte schwarzer Tee die Eisenaufnahme um 79–94 %, Pfefferminztee um 84 %, Kamillentee um 47 %; auch Kakao und Kaffee bremsten.11 Wenn dir Eisen wichtig ist: Tee und Kaffee lieber getrennt von der Mahlzeit trinken als dazu.
Einweichen und Keimen senken den Phytatgehalt. In einem Laborversuch mit Sorghum waren es 24–32 % beim Einweichen und 25–35 % beim Keimen.12 Hülsenfrüchte und Vollkorn bleiben trotzdem auf dem Teller: Die Forschung rät insgesamt eher zu mehr davon.8
Woher pflanzliches Eisen kommt
Die üblichen Verdächtigen: Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen), Vollkorn, Quinoa und Amaranth, Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl, dazu Samen wie Sesam, Kürbiskerne und Hanf. Die Menge pro Portion schwankt stark, und eine Liste von Lebensmitteln ist keine Rangfolge.
Eine Gusseisenpfanne gibt ein bisschen dazu
In einer Studie von 1986 wurden zwanzig Lebensmittel in Eisentöpfen und in Töpfen aus anderem Material gekocht. 90 % davon enthielten nach dem Kochen im Eisentopf deutlich mehr Eisen; Säure, Feuchtigkeit und Kochzeit spielten dabei eine Rolle.9 Das spricht für lang geköchelte, säurehaltige Gerichte wie Tomatensoße.
Ob das am Eisenstatus etwas ändert, ist weniger klar: Eine systematische Übersichtsarbeit fand drei Studien, überwiegend aus Entwicklungsländern, mit Hinweisen auf höhere Hämoglobinwerte bei Menschen mit Eisenmangel.10
Abendessen, die beides zusammenbringen
In jedem liegen eine pflanzliche Eisenquelle und eine Vitamin-C-Quelle im selben Gericht, ganz ohne Milchprodukte. Das sind Kombinationen, keine Messwerte.
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Wann der Gang in die Arztpraxis sinnvoll ist
Müdigkeit hat viele Ursachen, und niedriges Eisen findet man mit einem Bluttest, nicht mit einem Speiseplan. Ein höheres Risiko für zu wenig Eisen haben Schwangere, Kinder im Wachstum, Menschen mit starken Regelblutungen, Menschen, die kein Fleisch essen, und Menschen mit bestimmten Darmerkrankungen.1
Wenn du vermutest, dass dein Eisen niedrig ist, sprich in einer Arztpraxis darüber, bevor du Nahrungsergänzungsmittel nimmst: Der Körper kann überschüssiges Eisen nicht ausscheiden.2
Diese Seite beschreibt Lebensmittel und das, was Studien gefunden haben. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus einer dieser Quellen.
- gesundheit.gv.at (Austrian health portal, values of DGE/ÖGE): Eisen
- Hurrell R, Egli I. Iron bioavailability and dietary reference values. Am J Clin Nutr 2010;91:1461S–1467S
- EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on Dietary Reference Values for iron. EFSA Journal 2015
- EFSA NDA Panel. Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to vitamin C and increasing non-haem iron absorption. EFSA Journal 2014
- The regulation of dietary iron bioavailability by vitamin C: a systematic review and meta-analysis. Proc Nutr Soc
- Cook JD, Reddy MB. Effect of ascorbic acid intake on nonheme-iron absorption from a complete diet. Am J Clin Nutr 2001;73:93–98
- García-Casal MN et al. Vitamin A and beta-carotene can improve nonheme iron absorption from rice, wheat and corn by humans. J Nutr 1998;128:646–650
- Hunt JR. Bioavailability of iron, zinc, and other trace minerals from vegetarian diets. Am J Clin Nutr 2003;78:633S–639S
- Brittin HC, Nossaman CE. Iron content of food cooked in iron utensils. J Am Diet Assoc 1986;86:897–901
- Geerligs PD, Brabin BJ, Omari AA. Food prepared in iron cooking pots as an intervention for reducing iron deficiency anaemia in developing countries: a systematic review. J Hum Nutr Diet 2003;16:275–281
- Hurrell RF, Reddy M, Cook JD. Inhibition of non-haem iron absorption in man by polyphenolic-containing beverages. Br J Nutr 1999;81:289–295
- Afify AE-M et al. Bioavailability of iron, zinc, phytate and phytase activity during soaking and germination of white sorghum varieties. PLoS One 2011;6:e25512
- Gautam S, Platel K, Srinivasan K. Higher bioaccessibility of iron and zinc from food grains in the presence of garlic and onion. J Agric Food Chem 2010;58:8426–8429
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